Aktuell

Vom Geist und den Maschinen

  • Hannes Bajohr
  • ·
  • 2016-07-06
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[Dieser Text erschien zuerst auf dem Suhrkamp-Blog Logbuch Suhrkamp.]

Im letzten Jahr stellten Swantje Lichtenstein und Tom Lingnau einer Reihe von Autoren die Frage: Is the artist necessary for making art today? Was am Ende ein schmales Büchlein wurde, nahm seinen Ausgang mit dem Projekt Covertext, das sich dem Konzeptualismus und der Appropriation in der Literatur widmet. Vor diesem Hintergrund also wurde die Frage formuliert, welche Verbindung noch zwischen Künstler und Kunst besteht –, denn wenn in der konzeptuellen Literatur die Idee wichtiger als die Ausführung ist und wenn im reinen Sichaneignen und Kopieren fremden Materials keine Schöpfung im klassischen Sinne mehr vorliegt, ist die Idee der Autorschaft in der Tat in einer Zwickmühle angelangt, denn sie verhält sich dem Werk gegenüber flüchtig und ausweichend: Wer ist der Autor eines Buches, dessen Autor eigentlich ein anderer ist? Borges’ Pierre Menard lässt grüßen.

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LENZ (Büchner Mueller Graham Kraus)

  • Dagmara Kraus
  • ·
  • 2016-04-27
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Übersetzung als Aneignung, Ansetzung und Übereignung: Dagmara Kraus über ihr Appropriations-Projekt LENZ (Büchner Mueller Graham Kraus), der ersten »Übertragung« konzeptueller Literatur auf 0x0a, der noch weitere folgen werden.

Heißt es in Georg Büchners einziger Novelle, der in den Vogesen mit dem Wahnsinn ringende Sturm-und-Drang-Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz gehe »den Wald herauf« und, etwas weiter, »den Wald herab«, übersetzt C. R. Mueller beide Fälle einfach als »through the forest«. Rodney Graham nutzt diesen Glücksfall einer Übersetzungsungenauigkeit und greift an der Stelle ein, um die Wiederholung weitere Wiederholungen generieren zu lassen. Er setzt die drei Worte so über den Seitenumbruch, dass »through« jeweils auf der linken Seite des Buches steht, »the forest« auf der rechten. An das zweite »through« schließt allerdings nicht die Wortfolge der Originalerzählung an; stattdessen wird die dem Leser bereits bekannte Seite anmontiert, die zwar auch mit »the forest« beginnt, aber fortfährt wie eingangs: »and voices awakened on the rocky slopes, one moment like distant echoing thunder…« Hier beißt sich die Schlange in den Schwanz.

  • LENZ
  • Dagmara Kraus
  • 2016
  • 329147 Zeichen
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Subtitle Buoy

  • Gregor Weichbrodt
  • ·
  • 2016-04-09
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I wrote a bot that subtitles updated photos from a buoy in the Atlantic Ocean with trending topics from the web: https://twitter.com/subtitle_buoy

Behind the scenes the bot is looking up what people search for on Google at the moment (Google trends) and tries to match relevant sentences for a topic on Twitter. Most of the times the pieces of text are news headlines, occasionally spam or deliberately spread disinformation.

The imagery comes from the National Data Buoy Center.

It’s also a Tumblr: http://subtitlebuoy.tumblr.com

Gregor Weichbrodt: No Offense

  • Julia Pelta Feldman
  • ·
  • 2015-11-01
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Eine Version dieses Essays erschien im Programmheft von Gregor Weichbrodts Salon bei Room & Board am 29. Oktober 2015. Julia Pelta Feldman ist die Leiterin von Room & Board, einer Künstlerresidenz in Williamsburg, Brooklyn.

Gregor Weichbrodt besuchte vor einiger Zeit eine Bekannte in Berlin. Er wusste, dass sie des Öfteren internationale Gäste bei sich unterbringt, aber Weichbrodt, der die Dinge der Wohnung mit ihren eigenen Bezeichnungen beschriftet fand, fühlte sich dennoch mit einem Mal orientierungslos. Der Kühlschrank stand auf dem Kühlschrank; die Wand an der Wand. Natürlich waren diese Wörter da, um Besuchern beim Deutschlernen zu helfen, aber für den Muttersprachler Weichbrodt hatte diese Erfahrung eine surreale Qualität: Die redundanten Erklärungen entfremdeten ihn von diesen vertrauten, häuslichen Dingen.

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Bot Poetry at the SFPC

  • Hannes Bajohr
  • ·
  • 2015-10-25
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Leider ist der Eintrag nur auf Amerikanisches Englisch verfügbar. Der Inhalt wird unten in einer verfügbaren Sprache angezeigt. Klicken Sie auf den Link, um die aktuelle Sprache zu ändern.

On Friday, hidden away in the West Village, one block from the Hudson, the very necessary School for Poetic Computation showcased a quickly growing branch of digital literature: bot poetry. The event had been organized last minute by Allison Parrish to make up for Darius Kazemi’s official bot summit that was put off until next year.

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Browser-Erweiterung: Theken Texte

  • Gregor Weichbrodt
  • ·
  • 2015-06-16
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Ich habe eine Erweiterung (Plugin) für den Chrome-Browser geschrieben, die die Untertitel-Scripte der ARD- und ZDF-Mediatheken im Ganzen zur Verfügung stellt und anzeigt. Zum einen als Fließtext, bei dem der Text in Sprecherrollen unterteilt wird. Zum anderen als SubRip- und XML-Untertitelformat (.srt und .xml).

Mit diesem Plugin wird nicht nur das Zitieren von Fernsehinhalten erleichtert. Auch wird der Zugriff auf eine Textressource vereinfacht, die prinzipiell für jeden verfügbar, in der Praxis allerdings schwer ausfindig zu machen ist: Untertitel.

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On the Road performance

  • Gregor Weichbrodt
  • ·
  • 2015-04-15
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Die Theatergruppe 14th Street aus Philadelphia, USA hat meinen On the Road-Text auf die Bühne gebracht. Regie und künstlerische Leitung übernahm Michael Durkin. Mehr Details auf der Facebook-Eventseite. Das Ergebnis lässt sich auch in vier Teilen auf Youtube betrachten. Wie es aussieht, werden im Moment weitere Auftritte geplant.

How to: Webscraping mit Kimono

  • Gregor Weichbrodt
  • ·
  • 2015-03-23
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Bei 0x0a entstehen viele Texte, die als Ausgangsmaterial große Textdatensätze, sogenannte Korpora, verwenden. Ein Korpus kann mit der Methode des „Webscraping“ auf einfachen Weg selbst erstellt werden. Für Chicken Infinite – eine Kochanleitung auf 532 Seiten – wurde ein Textkorpus aus Kochrezepten aus dem Internet zusammengetragen. Benutzt wurde hierbei der Webscraper Kimono, den ich heute vorstelle.

Kimono von kimonolabs bietet eine benutzerfreundliche Möglichkeit, Webseiteninhalte strukturiert abzugreifen. So lassen sich ohne Programmierkenntnisse große Textsammlungen anlegen. Besonders sinnvoll erscheint dieser Service auch, wenn Webseiten keine API (dt. Programmierschnittstelle) anbieten, um Daten auf komfortablen Weg zu übertragen. Man baut sich einfach seine eigene API und erhält als Output eine JSON-, RSS- oder CSV-Datei mit dem gewünschten Text der Website.

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Die Sprache Pegidas

  • Hannes Bajohr
  • ·
  • 2015-01-29
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Die Dresdner Pegida-Märsche, die ab Winter 2014 eine Größe annahmen, die bundesweit für ein plötzliches Aufschrecken sorgte, wurden ausschließlich über Facebook-Seiten organisiert und angekündigt. Dass die Verteidiger des Abendlandes gegen den Islam es mit den christlichen Tugenden nicht so genau nahmen, wussten die Veranstalter. Sie löschten die in den Kommentaren geposteten Ausfälle und Tiraden ihrer Anhänger in regelmäßigen Abständen zusammen mit ihren eigenen Postings.

Anfangs nur zu Dokumentationszwecken ließ 0x0a (Gregor Weichbrodt und Hannes Bajohr) diese Kommentare durch ein Scraping-Script regelmäßig sammeln. Seit Dezember letzten Jahres ist bis heute ein 282.596 Kommentare und 7.751.654 Wortformen umfassendes Textkorpus der Pegida-Sprache entstanden. Erst jetzt umfangreich genug um repräsentativ zu sein, stellen wir es heute online. Zwar enthält es, da ungefiltert gesammelt, auch die Stimmen der Gegner Pegidas, dennoch ist diese Datenbank zur linguistischen Auswertung nicht weniger als zur literarischen Nutzung geeignet.

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